Smarte Gangsterjagd

Einbrecher hinterlassen Chaos, Kosten und ein mulmiges Gefühl. Doch gefasst werden sie selten. Ihr smartes Zuhause kann das ändern. Wie, das erklärt ein Kriminalexperte im Interview.

Die dunkle Jahreszeit ist fast vorbei. Sind Einbrecher auch im Frühling eine Gefahr?

Harald Schmidt: Einbrecher lauern überall und jederzeit. Ob Privatwohnung, Geschäft oder Gartenlaube: Es kann jeden treffen, zu jeder Tageszeit. Weit über ein Drittel aller Wohnungseinbrüche werden tagsüber begangen.

Wie kommen Einbrecher ins Haus?

Wie kommen Einbrecher ins Haus?

Schmidt: Wer glaubt, Einbrecher brauchen ein paar Minuten, um ins Haus einzudringen, der irrt. Routinierte Diebe brechen in weniger als zehn Sekunden ein. Sie steigen vor allem durch Fenstertüren und Fenster ein oder spazieren einfach durch die Eingangstür. Meist reicht ein einfaches Werkzeug zum Aufhebeln, etwa ein Schraubenzieher. Deshalb ist Einbruchschutz so wichtig. Smarte Technik kann da helfen.

Wie genau kann ein Smart Home Einbruchschutz gewährleisten?

Schmidt: Schafft ein Dieb es nicht, innerhalb von drei Minuten einzubrechen, gibt er in der Regel auf. Das Risiko entdeckt zu werden, ist zu groß. Smarte Technik hilft, genau das zu erreichen: Die mechanische Grundsicherung von Türen und Fenstern hat immer Priorität. Am besten kombinieren Sie mechanische und elektronische Sicherungstechnik. Bewegungsmelder erkennen beispielsweise frühzeitig, wenn jemand durch Ihren Garten schleicht.

Ein Bewegungsmelder allein reicht aber nicht aus, oder?

Schmidt: Es kommt auf das Zusammenspiel mit anderen Komponenten an. Koppeln Sie den Melder ans Licht, geht direkt die Beleuchtung an – Einbrecher fühlen sich gestört. Haben Sie auch Überwachungskameras und eine Alarmanlage in Ihrem Smart Home-System integriert, behalten Sie jederzeit und überall den Überblick. Und falls was passiert, können die Aufnahmen für die Polizei als Beweis dienen.

Eingebrochen wird immer und überall
Harald Schmidt

Bilder aus Überwachungskameras dienen als Beweismittel?

Schmidt: Sind andere Fahndungsmaßnahmen gescheitert, ist eine Öffentlichkeitsfahndung nach § 131b Abs. 1 StPO möglich. Qualitativ ausreichende Standbilder einer Videokamera können für Fahndungszwecke der Polizei zur Verfügung gestellt werden. Über den Wert und die Bedeutung entscheidet dann der Richter im Kontext der gesamten Tat und der weiteren Beweismittel.

Haben Sie ein Beispiel, wo das gut geklappt hat?

Schmidt: In Niedersachsen sind im Februar zwei Männer mit Gewalt in eine Tierarztpraxis eingebrochen und haben dort Bargeld gestohlen. Der Besitzer unterstützte die Fahndung der Polizei mit Fotos und Videos aus seiner Überwachungskamera. Auf den Aufnahmen konnte man das Gesicht des Täters klar erkennen. Dadurch konnte eine öffentliche Fahndung eingeleitet werden.
Was die Polizei konkret zum richtigen Einbruchschutz empfiehlt, steht auf www.k-einbruch.de.

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